Mein Eindruck zu “Der Professor” von John Katzenbach

Voraussichtliche Lesezeit: 2 Minuten.

“Der Professor” von John Katzenbach erzählt die Geschichte eines Professors, der eine Entführung beobachtet. Da er jedoch aufgrund seiner eigenen Alzheimer Erkrankung nicht so recht daran glaubt, was er gesehen hat, zögert er zunächst. Seine Geister, oder besser gesagt Erinnerung an tote Verwandte, sind es schließlich, die ihn ermutigen zur Polizei zu gehen.

Als er dort erfährt, dass tatsächlich ein Mädchen entführt wurde, auf das diese Beschreibung passt, ist eralarmiert. Er begibt sich selbst auf die Suche und versucht mithilfe seiner Berufserfahrung in der Psychologie den Tätern auf die Spur zu kommen. Tatsächlich erfährt er einiges, was schließlich zur richtigen Spur führt.

“Der Professor” ist Adrian Thomas, ein Senior, der ehemals als Psychologieprofessor gearbeitet hat. Die entführte Person, die im Buch zumeist als „Nummer vier“ bezeichnet wird, ist Jennifer, 16 Jahre jung und eine Ausreißerin.

Hätte Adrian die Entführung nicht beobachtet, so hätte man sie vermutlich als einen erneuten Ausreißversuch eines Teenagers eingeschätzt, aber Adrian weiß (oder vielmehr gibt er vor zu wissen), was er gesehen hat. Die Ermittlerin ist zunächst sehr skeptisch und versucht anderen Spuren zu folgen. Wird Adrian Jennifer rechtzeitig finden oder ist sie das nächste Opfer der skrupellosen Täter?

Das Hörbuch zieht den Leser oder besser gesagt Hörer in einen Sumpf aus Gewalt und Missbrauch. Gleichzeitig wird es so spannend, dass man gar nicht aufhören kann. Einerseits wirkt dieses Hörbuch sehr abschreckend, vor allen Dingen dann, wenn man es als realistische Möglichkeit einschätzt, andererseits möchte man gerne mehr über die Hintergründe erfahren, so dass man immer weiter zuhört.

John Katzenbach gilt als König des Thrillers. Viele bezeichnen ihn auch als Meister des Thrillers. Meiner Meinung nach ist er ein Mann, der versteht woraus gute Thriller gemacht sind. In diesem Fall ist er jedoch für meinen Geschmack ein wenig über dieses Ziel hinaus geschossen. Dieser Thriller ist ganz sicherlich nicht für zart besaitete Leser oder Hörer geeignet. Er ist gut recherchiert und gut geschrieben, aber die atmosphärische Wirkung bleibt bei diesem Thriller nicht in einem erträglichen Maß, sondern übertreibt. Dieses Gefühl entsteht nicht zuletzt aufgrund der Art, wie das Hörbuch vorgetragen wird.

Simon Jäger ist ein Sprecher, der sein Handwerk versteht. In diesem Fall ist er allerdings so gut gewesen, dass man sich beim Zuhören richtig in die Situation hineingezogen fühlt und den Eindrücken nicht entkommen kann. Man kann sich ohne Probleme in die Figuren hineinversetzen. Man hat das Gefühl überall dabei zu sein, ja teilweise sogar in die Rollen der Figuren hinein zu schlüpfen. Einerseits mag dieses ganz angenehm sein, wenn es sich jedoch um einen Thriller handelt, der so gut geschrieben ist wie dieser, fühlt man sich als Leser ein wenig in die Enge getrieben. Man fühlt sich selbst bedroht.

Nachdem ich diesen Thriller gehört habe, möchte ich eines der ganz sicherlich nicht im Anschluss tun: den Keller aufsuchen.

Fazit: Der Thriller ist für zart besaitete Nerven nicht wirklich gut geeignet. Für jene, die mit Thriller aber auch Horror oder das Gefühl des Gruselns verbinden, ist das Hörbuch optimal. Simon Jäger hat seine Aufgabe perfekt gemeistert, er hat dem Buch so viel Leben eingehaucht, dass man das Gefühl hat dabei zu sein. Man kann nur hoffen, dass dieser Thriller nicht irgendwo auf der Erde zu einer Realität wird. Ausgeschlossen ist es nicht.

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