Heute: Die Rezension zu “Der Menschenmacher”…

Voraussichtliche Lesezeit: 3 Minuten.

… von Cody McFadyen. Einige von euch erinnern sich vielleicht, dass ich Ende März auf der Lesung in der Mayerschen war. Schon in meinem Bericht über die Lesung erklärte ich, dass es sich um einen Standalone- Thriller handelt. Nun möchte ich euch ein wenig mehr über den Inhalt und auch meine Meinung mitteilen. Aus diesem Grund folgt an dieser Stelle meine Rezension:
Dad ist nicht gläubig, noch nicht einmal religiös, aber er hat strenge Richtlinien. Wer sie nicht befolgt, wird bestraft . Das wissen die drei Adoptivkinder von Robert Gray. Als sich die Lage dramatisch zuspitzt, sehen die drei keinen anderen Ausweg mehr, als Vater zu töten. 20 Jahre sind seitdem vergangen. Sie haben ihr Leben in die Hand genommen und keinen Kontakt mehr zueinander, doch nun erhalten alle drei eine DVD, die einen Mord zeigt. Auch gibt es Hinweise, dass dieser Fall etwas mit Vater zu tun hat, doch der ist seit 20 Jahren tot. Gemeinsam begeben sich David und seine zwei Adoptivgeschwister auf die Spur und kommen einem Geheimnis zwei, das besser nie enthüllt worden wäre. Wird aus den Dreien gelingen eine weitere schwere Straftat zu verhindern oder scheitern sie an ihre eigene Vergangenheit?
So in etwa lässt sich das Buch zusammenfassen ohne, dass ich euch zu viel über den Inhalt erzähle. Ich möchte euch ja schließlich die Spannung nicht verderben. Nur eine Sache noch: Dieser Thriller hat eine ganz andere Thematik als die bisherigen Bücher dieses Autors. Es geht um Kindesmissbrauch, Rache, Sühne und Vergeltung. Es geht um Psychologie und Wissenschaft. Um alles oder nichts.
Der Stil des Autors ist in diesem Buch viel einfacher, aber keinesfalls eintönig oder gar langweilig. Nein, vielmehr ist es so, dass man der Autor anmerkt, dass es sich um ein neues Projekt handelt, welches losgelöst von den bisherigen Büchern stehen kann.
Dieses Buch steht für sich alleine. Es besticht durch eine gründliche Recherche, die kälter, grausamer und realistischer kaum sein kann. Auch der Bezugspunkt zu Friedrich Nietzsche ist gut gewählt. Der Übermensch spielt hier eine große Rolle. Durch Friedrich Nietzsche als Anker wird einiges Wesentliche fassbarer.
Dieser Thriller wirkt auf den ersten Blick harmlos. Er entwickelt sich jedoch schnell zu einem Werk, das einen lange über das reine Lesen oder Hören hinaus fesselt. Es wird zum Nachdenken ebenso stark ein, wie zum Gruseln. Die Vorstellung, was manche Eltern mit ihren Kindern anstellen, möchte ich nicht intensivieren. Ich bin mir sicher, dass der Autor einige noch grausamere Handlungen ausgelassen hat.
Durch seinen Schreibstil sorgt er jedoch nachweislich dafür, dass dieser auf den ersten Blick nüchtern wirkende Thriller einschlägt wie eine Bombe. Mit Bildern zeichnet er das gesamte Ausmaß einer Wirklichkeit, die er mithilfe einer fiktiven Figur darstellt. Diese Bilder sind es, die einen auch später noch dazu bringen das Buch nicht zu vergessen.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich das Buch wie auch das Hörbuch sehr gerne empfehlen möchte. Bevor ich jetzt endgültig diesen Beitrag abschließe nur noch eines: Hannes Jaenicke ist es mit seiner Stimme gelungen, eine gewisse Nüchternheit beizubehalten, ohne, dass das Buch leblos oder unbeweglich erscheint. Dieses Buch strotzt vor Dynamik. Es gibt einige Wendungen, die man so nicht erwartet hätte. Hannes Jaenicke unterstreicht diese Dynamik, indem er jeder Figur eine eigene Stimme gibt und sie so lebendig werden lässt. Man hat das Gefühl in einem grausamen Gruselkabinett zu stecken und selbst mittendrin zu sein. Dieses Buch und Hörbuch ist absolut lesens- beziehungsweise hörenswert.

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