“Geisterball” von Wolff-Christoph Fuss

“Geisterball” von Wolff-Christoph Fuss
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“Geisterball” von Wolff-Christoph Fuss ist ein Buch über Fußball und über die zurückliegende Saison, die Corona-bedingt gefühlt größtenteils ohne Zuschauer stattfand. Wolff-Christoph Fuss hat diese Saison als Sportredakteur für Sky begleitet und trotz oder vielleicht gerade wegen vieler Unwegbarkeiten und Besonderheiten einiges erlebt.

Über diese Erfahrungen erzählt er szenisch und schafft es den Fussballfan und interessierten Leser mit seinen Anekdoten abzuholen. Auf authentische Art und Weise erzählt er lebendig und anschaulich über seine Zeit in den leeren Stadien. “Geisterball” von Wolff-Christoph Fuss ist eine Sammlung von Anekdoten über die Zeit der Geisterspiele, über die Zeit der leeren Publikumsränge.

“Geisterball” von Wolff-Christoph Fuss: Die Chronologie der Ereignisse

Die Besonderheiten der zurückliegenden Saison sind dabei nicht etwa nach persönlicher Präferenz des Autors geordnet, sondern chronologisch. Das erste Spiel vor leeren Rängen fand am 26. Spieltag statt. Obwohl man also gefühlt von größtenteils sprechen möchte, war keinesfalls die komplette Saison von leeren Publikumsrängen geprägt.

Auffällig und vielleicht auch besonders emotional war der unerwartete Stimmungswechsel in den Stadien. Anstelle der Fangesänge hörte man plötzlich die Kommunikation zwischen Spielern und Mannschaftsstab. Ein ganz neues Erlebnis, in einer ruhigen Atmosphäre, das so ganz sicher keiner erleben wollte.

Als Zuschauer haben viele von uns diese Erfahrung am Fernseher ebenfalls erleben können, doch war dies nur eine von einer ganzen Reihe neuer Erfahrungen und Eindrücke. Als Sportredakteur durfte Fuss zwar zu den Spielen in die Kommentartorenränge, doch gab es auch hier Sicherheitsvorkehrungen, die zu einer echten Herausforderung werden konnten.

“Geisterball” von Wolff-Christoph Fuss: humorvolle Szenen in einer aufwühlenden Zeit

Die Art, wie Fuss über manche dieser Herausforderungen spricht, macht klar, dass die Saison einige Momente besaß, über die man bei aller Problematik lachen muss, weil sie unfreiwillig komisch sind. Die szenischen Darstellungen der einzelnen Erlebnisse werden vor dem inneren Auge der Leser lebendig.

Diese Momentaufnahmen stehen vermeintlich für die Charakteristik dieser aufwühlenden Zeit. Im Rückblick betrachtet kann man über eine Vielzahl dieser Erfahrungen mit Sicherheit schmunzeln. Gleichzeitig machen eben jene Erfahrungen nachdenklich. Möglicherweise möchte man kein Erlebnis missen und dennoch keine Wiederholung erleben.

“Geisterball” von Wolff-Christoph Fuss: der Kommentator und seine Beobachtungen

Wolff-Christoph Fuss kommentiert diese Szenen als wäre er unbeteiligt und gleichzeitig ist er vielfach selbst davon betroffen. Diese Betrachtung und Beschreibung der Szenen ist für mich als Leserin gewissermaßen ambivalent und unvereinbar. Als Autor verbindet Fuss Außensicht mit Innenschau und kommentiert vieles so, als wäre es eine Szene in einem Fußballspiel.

Die Rolle des Kommentartors ist ihm so sehr in Fleisch und Blut übergegangen, dass das Kommentieren selbst Teil seines Buches wird. Dieser Stil macht die Ereignisse in dieser auf den ersten Blick monoton erscheinenden Zeit lebendig und erstaunlicherweise unterhaltsam.

Dieser Stil sorgt dafür, dass ich als Leserin stets das Gefühl hatte, als wäre ich in der Rolle des Beobachters.

Pointiert, sachkundig und kurzweilig

Als ich damit begann, dieses Buch zu lesen, erwartete ich ein Fußballbuch wie jedes andere und doch wusste ich, dass auch die Corona-Pandemie dieses Buch beeinflusst haben würde. Also hoffte ich darauf, dass sich nicht alles nur pessimistisch präsentieren würde.

Nach wenigen Seiten stellte ich fest, dass dieses erzählende Sachbuch keinesfalls pessimistische Zukunftsvisionen zeichnete. Viel eher versprühte es eine Energie, die ich so nicht erwartet hätte. Pointiert und durchaus mit einer gewissen Situationskomik berichtet dieses Buch eindrucksvoll und überaus kurzweilig über die Herausforderungen, die die pandemische Lage an den Fußball stellt.

Trotzdem handelt es sich keinesfalls um ein Sachbuch über die Pandemie. Vielmehr erscheint es so, als hätte der Sportkommentator eine Chronologie der Ereignisse geschrieben.

Über den Autor Wolff-Christoph Fuss

“Wolff-Christoph Fuss gilt als populärster TV-Fußballkommentator des deutschsprachigen Raums. Seine Kommentare wurden mehrfach ausgezeichnet und sind, teils zu geflügelten Worten geworden, bei Fans und Zuschauern in aller Munde. Er ist seit über 20 Jahren fürs Fernsehen tätig: DSF, Sport1, Premiere, Sat.1, seit 2012 für Sky. 2014 veröffentlichte er den Bestseller »Diese verrückten 90 Minuten. Das Fuss-Ball-Buch«.” (C.Bertelsmann)

Fazit

Letztlich ist “Geisterball” ein Fußballbuch, das einem jeden Fußballfan die Absurdität einer Zeit verdeutlicht, in der die größte Herausforderung eben nicht auf dem Platz lag. Tatsächlich spielt Fußball in diesem Buch aber trotzdem die Hauptrolle.

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