“Feuer im Alten Land” – Die Polizeireporterin 2 von Hanna Paulsen

„Feuer im Alten Land“ – Die Polizeireporterin 2 von Hanna Paulsen
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“Feuer im Alten Land” von Hanna Paulsen ist die Fortsetzung von “Der tote Journalist” aus der Reihe “Die Polizeireporterin”. Spannung ist hier von Anfang an garantiert, denn dieses Mal wird es für Gesa persönlich. Ihr Elternhaus fällt einem Feuerteufel zum Opfer.

Die Ermittlungen richten sich schnell gegen Gesas Bruder Gunnar, der sich bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Ob er tatsächlich für die Brände im Ort verantwortlich ist? Gesa kann es nicht glauben und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an.

Dass sie dabei in ihrem eigenen Umfeld ermittelt, lässt sie selbst für die ermittelnden Kriminalbeamten interessant erscheinen. Die Feuer  bedeuten zunächst nur Sachschäden, doch dann ändert sich alles, als bei einem Feuer eine Frau ums Leben kommt.

Ob es Gesa Jansen auch dieses Mal gelingt, die Ermittlung voranzutreiben und den Fall zu lösen.Die Tatsache, dass Gesa Jansen dieses Mal selbst involviert ist, lässt diesen Regionalkrimi spannend und persönlich erscheinen.

“Feuer im Alten Land”: Spannende Charaktere

Die Vielschichtigkeit der Charaktere variiert je nachdem, ob es sich um eine Hauptfigur handelt, oder nur eine Nebenfigur ist. Dabei gibt es durchaus wichtige Nebenfiguren, die fast genauso detailliert erscheinen, wie die Hauptfiguren.

Bemerkenswert bei den Figuren ist allerdings auch die Tatsache, dass es Haupt- und Nebenfiguren gibt, die in der ganzen Reihe vorkommen. In anderen Fällen jedoch handelt es sich um, die nur für “Feuer im Alten Land entwickelt wurden.

Lernen wir so also den ganzen Ort kennen, in dem sich Gesa Jansen bewegt? Nun, ich würde sagen, wir bekommen einen guten Eindruck über die Vielschichtigkeit der Personen im Alten Land leben, in die Figuren in diesem Roman sind authentisch und überaus lebendig.

Dabei gibt es Figuren, die er an den modernen Großstädter widerspiegeln und solche, die das Landleben mit all ihren Traditionen leben und leben. Die Bandbreite von Figuren, die in diesem Roman eine Rolle spielen, wirkt auf den ersten Blick überraschend.

Doch tatsächlich scheint es so, als würde Hanna Paulsen Figuren abbilden, die aus dem echten Leben gegriffen sind, ohne real existierende Personen in ihrem Roman mitwirken zu lassen.

“Feuer im Alten Land”: Atmosphärisch dicht

Das Alte Land ist bekannt für seine Apfelbäume und die damit verbundene Ernte. Dass dort saisonale Feste stattfinden, ist wenig überraschend, sorgt jedoch für eine atmosphärisch dichte Kulisse, in die der aktuelle Krimi um die Polizeireporterin Gesa Jansen eingebunden ist.

Die Tatsache, dass dieser Kriminalroman im Alten Land spielt, wird auch durch die Darstellung der dort üblichen Traditionen hervorgehoben. Es ist ein richtig gut gelungener regionaler Krimi, der aber nicht nur all jenen Menschen Spaß macht, die in dieser Region leben.

Stattdessen dürfte auch all jenen Spaß machen, die entweder gern ins Alte Land reisen würden oder schon einmal gereist sind und dann in Erinnerung schwelgen. Handelt es sich also um einen Krimi, den ich nur lesen kann, wenn ich eine Verbindung zum Alten Land habe?

Nein, denn tatsächlich kann ich mich auch wohl in diesem Krimi fühlen, wenn ich keinerlei Verbindung zum Alten Land habe. Das Alte Land als einen Sehnsuchtsort zu begreifen, wäre hier nämlich mit Sicherheit auch falsch.

Denn angesichts der vielen Feuer stellt Hanna Paulsen das Alte Land nicht als einen Sehnsuchtsort, sondern eher als einen Ort, den man mal besuchen kann, weil einen die kulturellen Gegebenheiten interessieren. Nicht ganz sicher bin ich mir, inwieweit die Schauplätze tatsächlich existieren.

Denn tatsächlich könnte ich mir vorstellen, dass einige Orte zwar reale Vorbilder haben, aber eben doch überaus fiktiv sind.

“Feuer im Alten Land” bildet die Arbeit von Reportern ab

Zu behaupten, Hanna Paulsen bilde mit ihrem Krimi “Feuer im Alten Land“ die Arbeit von Polizeireportern ab, ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber de facto auch nicht ganz falsch.

Hanna Paulsen hat selbst als Journalistin viele Jahre in Redaktionen zugebracht und weiß, ebenso gut wie ich, dass die Branche in vielerlei Hinsicht nicht ganz ohne ist. Wobei man zwischen den einzelnen Reporter Jobs und ihren jeweiligen Anforderungen auch noch einmal variieren müsste, denn Kriegsreporter oder Polizeireporter müssen selbst ein hoher Resilienz mitbringen.

Eine solche Reporterin bietet sich als Protagonistin in einem Roman geradezu an, da ihre Erfahrungen für den Roman eine gewisse Spannung deuten sie in unterschiedliche Bereiche hineinschnuppern kann, ohne negativ aufzufallen.

Die Tatsache, dass Hanna Paulsen selbst als Journalistin für unterschiedliche Jobs tätig war, bevor sie sich dem Schreiben von Romanen widmete, lässt mich vermuten, dass sie hier eigene Erfahrungen in einen anderen journalistischen Zweig übertragen konnte.

“Feuer im Alten Land”: Unverwechselbare Dialoge

Persönlich mag insbesondere die Art, mit der die Figuren untereinander interagieren.Gesas direkte Art echt manchmal ganz schön an, aber es unterstreicht auch die Tatsache, dass sie ihren Job liebt, kritisch hinterfragt und über eine große Neugier verfügt, die sie in ihrem Job zu einem kleinen Terrier werden lässt.

Als Gegenspieler betrachte ich nicht nur ihren Kollegen Björn Dalmann, sondern auch die Chefredakteurin, mit der es manche hitzige Diskussion gibt. Beide sind auf ihre Weise das genau Gegenteil von Gesa Jansen, lieben ihren Job ebenso sehr.

Auch die übrigen Figuren, die nach und nach zu Verdächtigen werden (könnten), bringen ihre ganz eigenen Charakterzüge mit Unsinn so nicht nur authentisch, sondern auch nah war, sodass man sich als Leserin mit ihnen identifizieren kann.

Tatsächlich bringt jede einzelne Figur ihre ganz eigene und höchst individuelle Stimme ein, sodass einige unverwechselbare Dialoge entstehen und man sich gut mit den einzelnen Figuren, die so zu echten Charakterköpfen werden identifizieren kann. Mit der einen vielleicht etwas mehr, mit der anderen etwas weniger.

“Feuer im Alten Land”: Stilistik

Mit der Art und Weise, wie die Autorin diesen Kriminalroman erzählt, unterstreicht sie, wie vielschichtig ihre Erzählformen sind, denn es gelingt hier, sich stetig der Situation anzupassen und so die Spannung gleichermaßen ansteigen zu lassen und ihre Leserinnen und Leser abzuholen.

Obwohl ihr Stil zwischen pragmatisch und reportageartig variiert, wirkt er nie abgehakt oder sprunghaft, obwohl es einige unerwartete Wendungen gibt. Hanna Paulsen weiß, wie man Spannung aufbaut und macht deutlich, dass ihr Handwerk versteht.

Trotzdem ist sie stets und ständig dicht an ihren Leserinnen und Lesern dran, um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Diese Besonderheit lässt diesen Krimi authentisch und dennoch nah war erscheinen.

Gesa Jansen ist eben keine klassische Ermittlerin, sondern eine die zwischen Nähe und Distanz variieren kann, was diesen Krimi ebenfalls zu einem Erlebnis macht.

Über die Autorin Hanna Paulsen

“Hanna Paulsen ist das Pseudonym einer in Hamburg geborenen Autorin, die mit ihrem Sohn und einer Hündin in Schleswig-Holstein lebt. Schon immer hat sie ihren Lebensunterhalt mit Schreiben verdient.

Zunächst als Journalistin einer Lokalzeitung, später arbeitete sie jahrelang in verschiedenen Ressorts der Redaktionen von Funk Uhr, Hörzu und TV Digital. Ihr besonderes Steckenpferd waren damals die Buchbesprechungen.

Immer stärker wurde der Wunsch, nicht nur die Bücher der anderen zu lesen, sondern auch selbst Romane zu schreiben. Mittlerweile ist Hanna Paulsen Vollzeit-Autorin und engagiert sich unter anderem im Bundesverband junger Autorinnen und Autoren und bei den Mörderischen Schwestern.

Wenn sie mal eine Schreibpause einlegt, verbringt sie ihren Urlaub am liebsten in Wyk auf der Nordseeinsel Föhr.” (Autorenbiografie)

Fazit zu “Feuer im Alten Land”

“Feuer im Alten Land – die Polizeireporterin 2“ von Hanna Paulsen einerseits ein ganz klassischer Regionalkrimis, andererseits aber aufgrund der ungewöhnlichen Ermittlerin auch durchaus speziell. Hat mir schon der erste Teil gut gefallen, ist es nun beim zweiten Krimi dieser Reihe nicht anders.

Trotzdem muss ich wohl erwähnen, dass die eingefangene Stimmung dieses Romans durch den Fall selbst noch einmal beeinflusst wird. Diese Besonderheit habe ich so bislang innerhalb einer Reihe auch nicht erlebt, denn eine Reihe variiert normalerweise nicht derart stark in der emotionalen Ebene.

Dieser Krimi ist spannend, auf mehr als eine Art und sollte deshalb unbedingt gelesen werden.

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