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ARD, 20:15 Uhr: “Karla Rosalie und das Loch in der Wand”

DasErste, 20:15 Uhr: „Karla Rosalie und das Loch in der Wand“
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DasErste, 20:15 Uhr: „Karla Rosalie und das Loch in der Wand“

Die Architektin Rosalie (Jutta Speidel) lernt Karla (Paula Hartmann) kennen. Im LKW: Vladimir (Evgenij Verenin)
© ARD Degeto/Stefan Erhard

“Karla Rosalie und das Loch in der Wand” wird heute Abend um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt. Ähnlich wie bei “Oskar, das Schlitzohr, und Fanny Supergirl” geht es auch hier um Inklusion, allerdings geht es dieses Mal nicht um Autismus, wie bei Fanny, sondern um motorische also körperliche Einschränkung.

Tatsächlich jedoch steht die Implosion bei diesem Film nicht im Vordergrund, stattdessen geht es in “Karla Rosalie und das Loch in der Wand“ um Themen wie Einsamkeit und sich zurückziehen. Es geht auch darum, vor welchen Herausforderungen ältere Menschen heutzutage gestellt werden.

Das Thema Altersarmut ist gesellschaftlich heute ein echtes Problem, eine Herausforderung, für die bislang gerade bei Frauen noch immer keine staatliche Lösung gefunden wurde.

Wer also nicht rechtzeitig selbst entsprechende Rücklagen bilden konnte und Vorkehrungen getroffen hat, steht dann leider weitestgehend allein mit dem Rücken zur Wand. Auch dies ist ein Thema des Films, der deshalb trotzdem nicht traurig ist, sondern genau genommen eine Hommage an das Leben.

Worum geht es bei “Karla Rosalie und das Loch in der Wand”?

Die Ingenieurin Rosalie (Jutta Speidel) führt ein Leben ohne Stillstand. Alt fühlt sie sich längst nicht, höchstens reif.Als Rosalie nach einem Solarprojekt in Afrika und einem Schwächeanfall nach Deutschland zurückkehrt, soll das nur eine Verschnaufpause sein – bis der nächste Auftrag sie in die Ferne ruft.

Ihre spießige Schwester Margret (Ruth Reinecke) zeigt sich von dem Überraschungsbesuch ebenso wenig begeistert wie von Rosalies „Handgepäck“, einem riesigen Container, der auf ihre geliebten Rosen im Garten kracht.

Die pensionierte Lehrerin durchschaut außerdem auf Anhieb, dass Rosalie bei ihr nicht ganz freiwillig auf unbestimmte Zeit unterschlüpft. Die Weitgereiste ist nämlich pleite! Was Margret ihr auch mit Genuss bei jeder Gelegenheit unter die Nase reibt.

Da erscheint es Rosalie wie ein Wunder, dass sie in einem Loch in ihrer Zimmerwand auf Geldscheine stößt, die offenbar niemand vermisst. Auf der anderen Seite liegt das Zimmer der hochbegabten Abiturientin Karla (Paula Hartmann), die mit ihrem Vater Harald (Aurel Manthei) in Margrets Haus zur Miete wohnt.

Nach einem mehr als holprigen Kennenlernen freundet sich Rosalie mit der Teenagerin an, die im Rollstuhl sitzt, und setzt es sich in den Kopf, Karla aus ihrer behüteten Isolation zu holen – ob sie will oder nicht!

“Karla Rosalie und das Loch in der Wand”: Gesellschaftliche Relevanz

“Einsamkeit ist definitiv ein zentrales gesellschaftlich relevantes Thema des Films, das alle drei Frauenfiguren betrifft. Auch Ausgrenzung wird thematisiert. Ebenso spielt Altersarmut eine Rolle.

Rosalie zum Beispiel lebt von der Hand in den Mund und würde ohne ihre Schwester in einem Container leben. Margret wiederum ist auch selbst betroffen: Sie muss die Hälfte des Hauses vermieten, um es überhaupt halten zu können. Ebenso kämpft auch Karla mit ihrem Vater um ihre Existenz.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass alle Figuren im Grunde eine Wahrheit erkennen müssen, nämlich dass man sich manchmal selbst den Spiegel vorhalten und seine eigenen Fehler erkennen muss, um schließlich über seinen Schatten springen zu können”, erzählt Jutta Speidel im Interview mit der ARD.

Tatsächlich freue ich mich, dass “Karla Rosalie und das Loch in der Wand“ eine gewisse Gesellschaftskritik mit guter Unterhaltung verbindet. Wenn wir auch mit solch gesellschaftlich schwierigen Themen umgehen, sollte es uns als Gesellschaft leichter fallen, Lösungsansätze zu finden, die Altersarmut vorbeugen sowie Inklusion und Teilhabe fördern.

Dass beide Aspekte, mit hoher gesellschaftlicher Relevanz, sich in diesem Film verbinden, finde ich gut. Allerdings möchte ich anmerken, dass diese gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit nicht nur an dem Ort auftreten, an dem gedreht wurde. Sicherlich findet man solche Herausforderungen auch in anderen Regionen.

“Karla Rosalie und das Loch in der Wand”: Drehort

Gedreht wurde “Karla Rosalie und das Loch in der Wand” von 16. September bis 15. Oktober 2020 in Berlin und Umgebung. Tatsächlich ist es wohl egal, wo dieser Film gedreht wurde, denn sowohl Rosalie als auch Karla und ihre jeweiligen Familien könnten an jedem anderen Ort ebenso existieren, wie in Berlin.

Trotzdem erwähne ich den Drehort Berlin an dieser Stelle, denn ich hoffe sehr darauf, dass wir bei den LKW-Szenen einiges von der Hauptstadt sehen könnten. Aber vermutlich ist auch hier der Wunsch wieder nur der Vater des Gedankens.

“Karla Rosalie und das Loch in der Wand”: Besetzung

Jutta Speidel spielt Rosalie. Ihre Schwester Margret wird von Ruth Reinecke verkörpert. Paula Hartmann schlüpft in die Rolle von Karla. Aurel Manthei spielt ihren Vater Harald.

Zoran Pingel ist in der Rolle von Raif zu sehen. Tom Gronau verkörpert Jonas und Tina Engel ist Annamaria. Dass Peggy Lukac die Rolle der Judith übernimmt, freut mich besonders, da ich sie aus der Serie “Die Heiland – wir sind Anwalt“ kenne.

Mimi wird von Ilona Schulz gespielt Vladimir von Evgenij Verenin. Michaels Krabbe spielt Herrn Rohwein und Veronika Hertlein spielt immer. Arne wird von Helge Gutbrod verkörpert, wohingegen Aurelie von Zoé Friedrich gespielt wird.

Die Rolle von Studentin Miriam hat Sarah Schmidt übernommen. Matthias Wackrow spielt einen Polizisten und Milan Schirbel spielt Till.

Erwartungen an “Karla Rosalie und das Loch in der Wand”

Bei “Karla Rosalie und das Loch in der Wand“ ist es die Kombination aus Handlung und Besetzungsliste, die mich neugierig werden lässt und auf einen guten Film hoffen lässt. Tatsächlich freue ich mich sowohl darauf Jutta Speidel als auch Peggy Lukac in ihren jeweiligen Rollen zu erleben.

Bei den anderen Schauspielern bin ich mir bei manch einem nicht ganz sicher, ob ich sie bereits in anderen Rollen erlebt habe. Das jedoch lässt mich nicht an der Qualität des Cast zweifeln, sondern zeigt mir, dass man tatsächlich wohl nicht jeden Schauspieler gleichermaßen kennt.

Die Handlung die man sowohl als ein wenig schwermütig als auch als unterhaltsam betrachten kann, bildet für mich ein Highlight bei diesem Film, da ich nicht davon ausgehe, dass ein Film, der am Freitagabend an diesem Sendeplatz gezeigt wird tatsächlich schwermütig ist. Ich hoffe vielmehr auf eine unterhaltsame Komödie, von der ich am Ende sagen kann: “Das hat mir gut gefallen!“

Wer sich aber anstelle von “Karla Rosalie und das Loch in der Wand” lieber einen anderen Film ansehen möchte, kann natürlich auch wie so oft auf die Mediathek und einen späteren Zeitpunkt zurückgreifen. Für mich steht fest, diesem Film möchte ich auf jeden Fall schauen.

Persönlich hoffe ich nämlich sehr darauf, dass die Rolle der Rollstuhlfahrer sind in diesem Film glaubwürdig verkörpert wird, persönlich staune ich nämlich immer, wenn sich in irgendwelchen Serien die Behinderungen innerhalb weniger Monate vollständig zurückbilden und dann in späteren Episoden keine Erwähnung mehr finden.

In Filmen hat man dabei häufig mehr Glück. Wobei ich mir auch hier wird gewünscht hätte, dass man tatsächlich eine Rollstuhlfahrerin als Schauspielerin besetzt hätte. Das hätte den Inklusionsgedanken in “Karla Rosalie und das Loch in der Wand“ noch einmal unterstrichen.

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