“Carlotta: Internat und plötzlich Freundinnen” von Dagmar Hoßfeld

Voraussichtliche Lesezeit: 4 Minuten.

„Carlotta: Internat und plötzlich Freundinnen“ von Dagmar Hoßfeld ist der zweite Teil der Carlotta-Reihe. Carlotta ist mittlerweile in der sechsten Klasse und hat sich gut im Internat eingelebt. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Sophie und Manu erlebt sie die Schulzeit in all ihren unterschiedlichen Facetten. Doch dann geschieht etwas Merkwürdiges, ihre Freundin Sophie verändert sich, die sowieso schon introvertierte Mitschülerin wird noch stiller, schläft nachts schlecht und steht plötzlich unter dem Verdacht etwas geklaut zu haben. Carlotta kann das nicht so recht glauben und sucht gemeinsam mit Manu nach des Rätsels Lösung.

Dass die Freundinnen mittlerweile durch dick und dünn gehen, ist sicherlich eine Entwicklung dieses zweiten Teils, dass sie aber auch für einander einstehen, macht die Sache noch schöner.

Wieder eine Entwicklung

Tatsächlich hat sich die Freundschaft der drei höchst unterschiedlichen Mädchen im Verlauf dieses zweiten Hörbuchs noch einmal vertieft. Gleichzeitig lernen sie aber auch, dass mit dieser Freundschaft eine Form von Verantwortung einhergeht. Sie achten aufeinander, unterstützen sich gegenseitig und werden gleichzeitig verantwortungsbewusster.

Ja, man könnte sagen, Carlotta ist mittlerweile in der Pubertät angekommen, dennoch ist dieses Hörbuch kein Hörbuch der Oberzicken, sondern freundlich, offen und mädchenhaft. Wie auch schon bei dem ersten Band „Carlotta: Internat auf Probe“ erleben wir als Zuhörer dieser Reihe deutlich mit, wie sich das Leben im Internat gestaltet, fast schon scheint es so als wären wir selbst Schülerinnen oder Schüler auf diesem Internat.

An der Zielgruppe orientiert

Schon im vergangenen ersten Teil hatte ich darauf hingewiesen, dass dieses Hörbuch Teil einer mitwachsenden Reihe ist. Richtete sich das erste Hörbuch an Mädchen im Alter von zehn oder elf, ist dieses zweite Hörbuch eher etwas für Elf- bis Zwölfjährige. Sprachlich reift es ebenfalls ein wenig, ohne die Zuhörerinnen dabei zu vernachlässigen. Mir persönlich gefiel insbesondere die Auflösung der Diebstähle ausgesprochen gut.

Der Grund hierfür ist schnell gefunden, denn die Auflösung dieses kleinen Krimis war ein Gemeinschaftsprojekt der Freundinnen und drückte gleichzeitig ihre Verbundenheit aus. Ja, man kann hierüber geteilter Meinung sein. Für mich persönlich bedeutete diese Verbundenheit, die sich auch zeigte als Sophie sich mit ihrem familiären Problem endlich öffnete, dass die drei Mädchen den Wert der Freundschaft durchaus zu schätzen wussten.

Über den Stil der Autorin

Dagmar Hoßfeld ist eine Autorin, die schon viele Reihen für Mädchen geschrieben hat, dennoch ist keine ihrer Reihen wie die andere. Auch das zeigt sich bei dem Stil dieser Carlotta-Reihe. Dagmar Hoßfeld ist es nämlich gelungen, sich voll und ganz in ihre Zielgruppe hineinzuversetzen, in die Erlebnisse, die man als zwölf oder 13-jährige durchlebt, und diese sehr lebendig zu erzählen. Im sprachlichen Stil der Altersgruppe, aber durchaus flüssig und glaubhaft, schafft sie es, ihre Hörerinnen dort abzuholen, wo gerade Bedarf ist.

Jede Geschichte ist authentisch und ein Unikat

Dabei sind die Erlebnisse, auf die sie sich bezieht, nicht nur glaubhaft, sondern authentisch, wie mit den Augen einer Zwölfjährigen erlebt. Ihre Geschichten sind dabei jedoch kleine Unikate, denn obwohl sich jede Leserin des genannten Alters sicher gut in die Geschichte hineinversetzen kann, erleben die Figuren doch ihre ganz eigene kleine Geschichte.

Über Dagmar Hoßfeld

“Dagmar Hoßfeld wollte als Kind Tierärztin, Bäuerin oder Gestütsbesitzerin werden. Dass sie sich anders entschieden hat, hat sie ihrem Sohn zu verdanken: Als er ungefähr ein halbes Jahr alt war, bekam sie Lust, ein Kinderbuch zu schreiben. Sie setzte sich an den Schreibtisch – und hörte mit dem Schreiben einfach nicht mehr auf. Zum Glück! Mittlerweile sind viele wunderbare Kinder- und Jugendbücher von ihr erschienen.

Geboren wurde Dagmar Hoßfeld 1960 in Kiel. Heute lebt sie in einem kleinen Dorf zwischen Ostsee und Schlei und hat, wie sie selbst sagt, den schönsten Beruf der Welt: Autorin.” (Carlsen)

Über die Sprecherin Marie Bierstedt

Gesprochen wurde „Carlotta: Internat und plötzlich Freundinnen“ wieder von Marie Bierstedt, die mit ihr jugendlich wirkenden Stimme auch sehr gut gepasst hat. Sie hat die Geschichte nämlich zu dem gemacht, was es war: ein mitreißendes Hörerlebnis.

“Marie Bierstedt wurde 1974 in Berlin geboren. Mit 5 Jahren stand sie das erste Mal vor der Kamera, im Alter von 11 Jahren begann sie zu synchronisieren. Heute leiht sie Schauspielerinnen wie Anne Hathaway, Kirsten Dunst und Kate Beckinsale ihre Stimme. 2008 wurde sie als beste Hörspielsprecherin mit dem Ohrkanus ausgezeichnet.”(Hörbuch Hamburg)

So macht Jugendbuch Spaß

Als ich Teil dieser Zielgruppe war, habe ich Bücher gelesen, die aus der Reihe “Freche Mädchen- freche Bücher” stammten. Für die klassischen Einschulungsgeschichten fühlte ich mich als elf- oder zwölfjährige schon zu alt. Hätte es damals eine Reihe wie Carlotta gegeben, ich bin mir sicher, ich hätte sie gehört oder gelesen.

Fazit

Auch dieser zweite Teil der Reihe ist für mich ein absolut gelungenes Hörvermögen, sodass ich mich schon darauf freue, euch den dritten Teil der Hörbuchreihe vorzustellen. Ich persönlich würde es für Mädchen im Alter von zwölf Jahren empfehlen.

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"Carlotta: Internat und plötzlich Freundinnen"
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