ZDF, 20.15 Uhr: „Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher“

ZDF, 20.15 Uhr: „Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher“
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Horst Lichter (Oliver Stokowski, l.), seine Frau Nada (Chiara Schoras, M.) und Horsts Tante Anni Kabuk (Johanna Gastdorf, r.) versuchen, Margret aufzumuntern. (c)ZDF/Willi Weber

„Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher“ wird heute auf dem Sendeplatz des Herzkinos um 20:15 Uhr ausgestrahlt. Obwohl der Titel durchaus neugierig macht, erwarte ich an dieser Stelle kein klassisches Herzkino, denn es ist ein biografischer Film, der eine Zeit im Leben von Horst Lichter beleuchtet, die sonst eher privat geblieben wäre.

Wobei einige von euch vielleicht schon den entsprechenden Bestseller gelesen haben dürften. Für die Fans des allseits beliebten Horst Lichter ist der Film heute Abend Pflicht. Noch auch alle anderen könnten ihn hier von einer ganz neuen Seite kennen lernen.

„Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher“: Ein sehr persönlicher Film

Heike Hempel, die den Film als stellvertretende Programmdirektorin und Leiterin der Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie II betreut, erzählt: „Wir freuen uns, Ihnen die Verfilmung des Bestsellers „Keine Zeit für Arschlöcher“ von Horst Lichter vorzustellen – mit einem sehr überzeugenden Oliver Stokowski als Horst Lichter.

Diese persönliche Geschichte des TV-Stars über seine Herkunft und seine Mutter behandelt auf eine schöne, populäre Art und Weise ein Thema, das vielen vertraut sein wird: die Gefühlskälte der Kriegs- beziehungsweise Nachkriegsgeneration und die Auswirkungen für die Familie und die Nachkommen.

Gepaart mit einer sehr feinfühligen Inszenierung ist hier ein Film entstanden, der auch fernab seines einzigartigen Protagonisten ein für viele deutsche Familienbiografien universelles Thema emotional und berührend verhandelt.“

Tatsächlich frage ich mich, ob es sinnvoll ist, einen derart persönlichen Film, der biografische Züge aus einem sehr emotional aufgeladenen Zeitraum aus dem Leben des Horst Lichter dokumentiert, auf dem Sendeplatz des Herzkino zu zeigen.

Entsprechend dieser Vorankündigung erwarte ich aber, dass wir Horst Lichter aus einer ganz neuen Perspektive kennen lernen, denn in den letzten Wochen vor ihrem Tod hat Horst Lichter seine Mutter begleitet und ganz neue Eindrücke gewonnen. Eindrücke, die ihn bis heute knapp sieben Jahre später geprägt haben dürften, die möglicherweise aber auch zeigen, wie Horst Lichter zu dem wurde, der heute ist.

Wer die Sendungen mit Horst Lichter verfolgt, erlebt ihn stets als charmanten und an alten Autos interessierten Menschen, der außerdem eine Vorliebe für die gute Küche hat und als Koch bekannt wurde.

Über sein Privatleben wissen die meisten Zuschauer wohl recht wenig. Dass es in seinem Leben aber nicht nur Höhepunkte, sondern auch einige Tiefen gab, ist wohl ebenfalls zu erwarten, denn welche Biografie verläuft schon derart gradlinig.

„Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher“: ernstere Töne?

Wenn man also die Biografie oder einen Ausschnitt aus der Biografie von Horst Lichter betrachten möchte, muss es auch ernstere Töne geben. Dieses ist wohl auch der Grund, warum ich persönlich eine Tragikomödie erwarten würde, denn letztlich sind die meisten auf Biografien basierenden Filme eine Mischung aus Tragik und Komödie.

Wolfgang Grundmann aus der Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie II verrät: „Horst Lichter gewährt in dem Buch „Keine Zeit für Arschlöcher“ sehr persönliche Einblicke in seine eigene Vergangenheit und seine Familiengeschichte. Es geht dabei um die letzten Wochen im Leben seiner Mutter, in denen er sie im Jahr 2014 begleitet hat.

Von Anfang an war also klar, dass auch der Film eher ernstere Töne anschlagen würde. Er zeigt einen anderen Horst Lichter als jenen, der den meisten Zuschauern als rheinische Frohnatur aus Fernsehen und Öffentlichkeit vertraut ist.

Horst Lichter richtet in der Zeit des Abschiednehmens von seiner Mutter sein Leben neu aus. Dabei ist „Keine Zeit für Arschlöcher“ alles andere als ein Trauerspiel. Vielmehr geht es um universelle Fragen: Was macht ein glückliches Leben aus? Wo komme ich her? Wie will ich sein? Und: An welchen Punkten kann ich mich entscheiden?

Die große Herausforderung bei diesem Filmprojekt bestand darin, dass Horst Lichter eines der bekanntesten, präsentesten und beliebtesten Mediengesichter des Landes ist. Würde es gelingen, zu einer Person wie ihm ein Alter Ego im Film zu schaffen?

Als die ersten Maskenproben mit Oliver Stokowski vorlagen, war klar: Es würde. Stokowski setzte sich intensiv mit Horst Lichter als Mensch und mit seiner Geschichte auseinander. Das ermöglichte ihm am Ende, auch über den beinahe ikonografischen Bart und die bekannte Brille hinaus durch Mimik und Körpersprache in die Haut des Entertainers zu schlüpfen.

Ab dem ersten Aufeinandertreffen von Stokowski und Horst Lichter wurde deutlich, dass zwischen beiden auch gegenseitige Sympathie, Interesse und Zugewandtheit besteht, und das war für dieses Projekt natürlich ein echter Glücksfall.“

Der Verlust der Mutter: ein ernstes Thema

Wenn die Mutter eine Diagnose bekommt, die ihr über kurz oder lang und in diesem Fall innerhalb weniger Wochen das Leben nimmt, ist es durchaus eine ernst zunehmende Thematik, über die man sich als Familie Gedanken machen muss.

Trauer ist dabei kein leichtes Thema, das auch in vielen Fällen nur am Rand angesprochen wird. Wenn es um Trauer geht, handelt es sich meist um eine Tragödie.

Dass der Trauer jedoch einen durchaus gelebtes Leben vorausgehen kann und dass man aus den letzten Wochen seines Lebens in so einem Fall noch das Beste machen muss, wird deutlich, wenn man sich den Film am heutigen Abend anschaut.

Als Mensch würde ich mir stets wünschen, dass man versucht, selbst aus der schwierigsten Situation das Beste zu machen. Letztlich macht man es doch nicht besser, wenn man den Menschen, der weiß, dass er stirbt so behandelt, als wäre er schon verstorben. Viele Menschen, die eine ernste oder gar tödliche Diagnose erhalten schreiben eine Art Löffelliste, mit Dingen, die sie noch erleben möchten, bevor sie schließlich sterben.

Die wenigsten jedoch sind tatsächlich auch so eine Situation vorbereitet, was es auch nicht leicht macht, in einem Film oder einem Roman darüber zu berichten. Aus diesem Grund habe ich größten Respekt vor diesem Film und auch vor der Drehbuchautorin, die aus der biografischen Betrachtung ein Drehbuch gemacht hat.

Edda Leesch, die das Drehbuch schrieb, sagt über diese besondere Herausforderung: „Das Thema: „Abschiednehmen von der Mutter“.

Was machte es mit Horst Lichter? Wie ging er damit um? Wie versöhnte er sich mit dem verlorenen Zuhause seiner Kindheit, in der nicht alles golden war? Wie gelang es ihm zu vergeben, auf den letzten Metern Frieden mit seiner Mutter zu schließen?

Welche Erkenntnisse gewann er in diesem Prozess für sein weiteres Leben? Was ist wichtig? Worauf kommt es an?Fragen, die früher oder später auf die meisten von uns zukommen.

Ich bin dankbar, mich mit diesem Thema beschäftigt zu haben, welches Horst Lichter so bewundernswert offen und ehrlich angegangen ist.

Und auch, wenn man nicht wirklich auf den Tod eines der wichtigsten Menschen vorbereitet sein kann, half es doch bei dem, was ich selbst ein Jahr später zu bewältigen hatte. Danke dafür, lieber Horst.“

„Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher“: Drehort

Der Film entstand vom 27. Juli bis zum 25. August 2021 im Raum Köln und Umgebung. Tatsächlich dürfen sich viele Menschen gefragt haben, wo dieser Film wohl entstanden ist, aber ich glaube, dass die Drehorte der authentischen Abstimmung mit Horst Lichter gewählt wurden.

Seine Kindheit verbrachte der Mann mit dem beinahe ikonografischen Bart in Rommerskirchen, was zwischen Köln und Düsseldorf liegt. Gleichzeitig ist diese Gegend etwas ländlicher, als die beiden Großstädte in direkter Nachbarschaft.

Somit wundert es mich nicht, dass in der Nähe von Köln gedreht wurde, denn Rommerskirchen liegt in der Nähe von Grevenbroich und Dormagen, und somit eigentlich recht zentral gelegen, aufgrund der direkten Nähe zu Köln und Düsseldorf.

Gleichzeitig ist es nicht so überlaufen, was Lichter eine recht beschauliche Kindheit gebracht haben dürfte. Persönlich bin ich sehr gespannt auf die Darstellungen aus dieser Zeit.

Denn das auch auf die Kindheit des bekannten Mediengesichts eingegangen wird, erscheint mit einem Blick auf die Besetzung durchaus realistisch. Wobei man sagen muss, dass überraschend viele Personen bei diesem Film mitgewirkt haben, dennoch wird auch die Besetzung überaus authentisch.

„Horst Lichter – Keine Zeit für Arschlöcher“: Besetzung

Wir erleben Oliver Stokowski als Horst Lichter. Dass ich den Schauspieler schon in zahlreichen anderen Rollen erlebt habe, war mir gar nicht so bewusst, bis ich auf die Liste schaute, jener Projekte, an denen er schon mitgewirkt hat.

Bei Oliver Stokowski kann ich also sagen, dass es erstaunlich ist, wie konkret die Maske und das Kostüm einen Schauspieler verhindern können. Alleine der Bart macht hier schon eine Menge aus. Der Schauspieler, der hier einen Charakterkopf spielt, ist also kein Unbekannter.

Seine Mutter Margret Lichter wird von Barbara Nüsse gespielt. Obwohl die Schauspielerin schon einige Mal im Fernsehen zu sehen war, doch er das Theater. Die 1943 geborene Schauspielerin dürfte jedoch eine gute Wahl für die Rolle der Mutter gewesen sein.

Chiara Schoras spielt Nada Lichter, die Ehefrau von Horst Lichter. Sie kenne ich zum Beispiel aus dem Film „Oskar, das Schlitzohr, und Fanny Supergirl“, der erst kürzlich in der ARD gezeigt wurde.

Seine Tante Anni wird von Johanna Gastdorf gespielt. Auch dieser Schauspielerin ist mir gut bekannt, da ich wie schon in zahlreichen Filmen erlebt habe, ähnlich wie auch Chiara Schoras. Johanna Gastdorf ist bekannt dafür, dass auch sie echte Charakterköpfe spielt. Erlebt habe ich sie zum Beispiel in „Louis van Beethoven“.

Das Kind, das Horst Lichter ebenfalls einmal war, wird von Emilian Heinrich umgesetzt. Eine jüngere Ausgabe von Margret Lichter spielt Lou Strenger. Enno Kalisch ist als Toni Lichter zu sehen.

René Heinersdorff spielt Peter Diehl. Berta Kutz wird von Doris Plenert gespielt. In einer jüngeren Ausgabe spielt sie Masha Shafit. Eine jüngere Ausgabe von Horst Lichter, die aber nicht mehr kindlich ist, wird von David Hürten verkörpert. Annou Reiners spielt Petra Lichter.

Darüber hinaus erleben wir Svenja Niekerken als Krankenschwester Karin, Peter Harting als Prof. Dr. Kemps, Klaus Zmorek als Prof. Dr. Seibert, Steffen Will als Kellner, Anna Menck als Susi Bartel und schließlich Stefan Lampadius als Ausflügler.

Erwartungen

Bei biografischen Filmen fällt es mir immer ein wenig schwerer, irgendeine Erwartungshaltung zu formulieren. Fakt ist jedoch, dass ich mich sehr darauf freue, diesen Film, der in meinen Augen immer noch etwas untypisch für ein Herzkino ist zu sehen.

Ich empfehle allerdings schon jetzt, einige Taschentücher bereitzuhalten, denn die letzten Wochen im Leben der Margret Lichter werden mit Sicherheit ein Wechselbad der Gefühle.

Da dieses Drehbuch und damit auch der Film auf wahren Begebenheiten und eine wahre Geschichte beruht, erwarte ich starke und vor allem authentische Emotionen, die es zu verdauen gilt. Es wird mit Sicherheit ein ganz anderes Erlebnis sein, als man es von Herzkino üblicherweise kennt.

Trotzdem werden wir hier mit Sicherheit keine Emotionen vermissen, sondern im Gegenteil vielleicht bei einem ersten Anschauen das Gefühl haben, diesen Film noch einmal sehen zu müssen, um tatsächlich alles mit zu bekommen.

Letztlich erwarte ich viele raffinierte Details, die diesen biografischen Film lebensklug und authentisch werden lassen, dabei aber gleichzeitig die Freiräume des beliebten Mannes mit Schnauzbart berücksichtigen.

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