„Mitten im August – Ein Capri-Krimi“ (1) von Luca Ventura

mitten im august "Mitten im August - Ein Capri-Krimi" (1) von Luca Ventura
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Wäre „Mitten im August“ von Luca Ventura ein Film, so würde ich sagen es wäre ein Krimi vor der Kulisse Capris. Als Hörbuch jedoch sage ich, dass dieser Krimi auf der Insel Capri spielt. “Mitten im August“ ist dabei ein Krimi, der ein wenig ungewöhnlich ist. Genau genommen handelt es sich um das Debüt des Autors. Zumindest ist mir bislang kein anderes Buch von Luca Ventura begegnet.

„Mitten im August“ von Luca Ventura: Weitestgehend unblutig

Warum bezeichne ich diesen Krimi als einen ungewöhnlichen Krimi? Nun, für mich braucht ein Krimi nicht unbedingt viel Gewalt, stattdessen muss er eine psychologische Tiefe besitzen und darf nicht zu vorhersehbar sein. Das alles trifft auf „Mitten im August“ von Luca Ventura zu und doch handelt es sich bei diesem Krimi, um einen besonderen Krimi dessen Besonderheit vielleicht dadurch entsteht, dass er vom Lebensgefühl Italiens beeinflusst worden sein sollte und es irgendwie doch nur unterschwellig repräsentiert.

Der Inselpolizist ein echter Familienmensch mit wenig Zeit

Normalerweise ist nicht viel zu tun auf Capri sodass Enrico Rizzi seinem Vater im Weinberg helfen kann, mal auf Kinder von Verwandten aufpasst oder sich seine Zeit mit anderen Dingen vertreibt. Mit dem Fund einer Leiche ändert sich dieses, denn auf einmal hat Rizzi nicht mehr die Zeit, die einst hatte. Vielmehr ist er sich nicht sicher ob er seiner neuen Partnerin Antonia Cirillo, die erst kürzlich zu seiner Einheit gestoßen ist, vertrauen kann.

Sie wurde strafversetzt, was ihn misstrauisch macht. Doch über die Gründe für die Strafversetzung schweigen alle. Nach und nach jedoch verändert sich das Verhalten zwischen den beiden, die professionelle Zusammenarbeit der beiden Partner verbessert sich und doch wird auch klar, dass beide irgendwo ihre ganz eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten haben. Enrico Rizzi scheint gerade erst am Anfang seiner Karriere zu stehen, wohingegen die Kollegin schon längst ihre Erfahrung mit solchen Fällen gesammelt hat.

Ein Leichenfund, der Fragen aufwirft

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Als die beiden schließlich zu einem Leichenfund gerufen werden, scheint zunächst alles ein wenig überraschen, denn eine Leiche hatte Enrico noch nie in seinem Bezirk, eigentlich ist Capri doch ein friedlebender Ort. Was also steckt dahinter?

War es eine Beziehungstat? Dafür spräche, dass auch die Freundin des Toten verschwunden ist. Was sonst solle dahinter stecken? Enrico Rizzi beginnt ein paar Nachforschungen anzustellen, obwohl er eigentlich genauso wenig dafür zuständig wäre, wie seine Partnerin Antonia Cirillo. Auf diese Weise finden die beiden heraus, dass es sich bei dem Toten um Jack Milani handelt, der zu einer Familie von Industriellen gehört. Damit lässt sich etwas anfangen. Doch auch die Kürze eines Praktikums gibt Rizzi Fragen auf. Zu guter letzt taucht dann auch noch die Freundin des Toten wieder auf und hat scheinbar keine Ahnung, was in den letzten Tagen passiert ist.

Die Atmosphäre des Krimis

Wer bei „Mitten im August“ von Luca Ventura einen düsteren Krimi erwartet, liegt falsch. „Mitten im August“ ist ebenso ein locker leichter Krimi, wie man es von einem Italien-Urlaub wohl erwarten würde gleichzeitig jedoch würde ich diesen Krimi keinesfalls als Urlaubskrimi bezeichnen, da er zwar ein wenig von der Insel träumen lässt, aber dennoch nicht in die Landschaft entführt.

Dieser Krimi zeigt in gewisser Weise, wie die Capresen mit der Nähe zum Meer umgehen. So hat Luca Ventura sich entschieden, den Toten ein Praktikum im Bereich der Meeresbiologie machen zu lassen. Gleichzeitig scheint er kritisch mit der Verschmutzung der Weltmeere umzugehen. Soweit könnte man sagen, dass dieser Krimi die Atmosphäre eines Urlaubs auf der Insel perfekt eingefangen hat und auch einige starke Eindrücke an seine Leser und Zuhörer vermittelt.

Trotzdem hat man den Eindruck, dass die Atmosphäre im Verlauf von „Mitten im August“ irgendwann ein wenig zurückgenommen wird. Zwar erleben wir weiterhin, dass Enrico zusammen mit seinem Vater den Weinbau vorantreibt und es darüber regelmäßig zu Streitigkeiten kommt.

Sein Vater möchte nämlich nicht in den biologischen Weinbau investieren, sondern lieber den konventionellen Weinanbau weiterverfolgen. Auf diese Weise lernen wir natürlich auch die Familie von Enrico Rizzi kennen. Wir erfahren aber recht wenig über die Hintergründe, warum seine Ehe gescheitert ist.

Darüber hinaus verzichtet der Autor weitesgehend auf Darstellungen und Beschreibungen der Kulisse, vielmehr fließt die Kulisse und somit die Atmosphäre der Insel immer mal wieder in die Handlung mit ein. Trotzdem lässt alleine diese Veränderung, dieses Auslassen von Beschreibungen, den Krimi ungewöhnlich erscheinen.

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„Mitten im August“ von Luca Ventura: Stilistisches

Stilistisch betrachtet erscheint „Mitten im August“ von Luca Ventura gerade zu Anfang dieses Krimis ein wenig kurzatmig. Ursache hierfür ist die Stilistik des Autors, der gerade zu Anfang viele kurze Sätze stakkatoartig aneinander reiht. Diese Sätze sind zwar gut auf einander abgestimmt, lassen den Krimi aber sehr schnelllebig und kurzweilig erscheinen. Gleichzeitig jedoch hat man als Leser jedoch noch keine Ahnung, was einen genau erwartet.

Auch der Einstieg selbst erscheint wie ein Sprung ins kalte Wasser, denn natürlich kennen wir alle wieder die Protagonisten, die zu den Hauptfiguren gehören, noch die Nebenfiguren aus anderen Geschichten. Dieses natürlich zum Reihen-Auftakt nicht weiter verwunderlich, macht es aber in Verbindung mit dem Gefühl der Erwartung ein wenig unverwechselbar.

Offen bleibt zunächst, was wir als Leser oder Zuhörer dieser Geschichte eigentlich erwarten dürfen, welche Erwartungen wir haben, ist hingegen klar. Wir alle erwarten einen starken Krimi mit viel Atmosphäre vor der Kulisse Capris.

Trotzdem bekommen wir zu Beginn nur einen kurzen Einblick in die capresische Kulisse und die damit verbundene Atmosphäre. Ein Gefühl von Urlaub kommt nicht auf. Man darf diesen Capri-Krimi also nicht mit einem Urlaubskrimi verwechseln, in das ist er nicht. In diesem Krimi gibt es keine ermittelnde Touristin, die sich die schöne Gegend anschaut, es gibt auch niemanden, der die Schönheit der Insel noch einmal bewusst hervorhebt.

Vielmehr zeigt sich die Schönheit der Insel während der Handlung. Allerdings möchte ich an dieser Stelle festhalten, dass der Verzicht vom Beschreibungen dazu führt, dass man weniger das Gefühl hat Enrico Rizzi und Antonia Cirillo bei ihren Wegen zu begleiten.

Durch dieses Weglassen der Beschreibungen wird der Krimi zwar ungleich schneller, allerdings geht ihm auch etwas von der Stimmung verloren, die ich als Hörerin dieses Capri-Krimis erwartet hätte.

Über den Autor Luca Ventura

„Luca Ventura ist ein Pseudonym. Der Autor lebt die meiste Zeit des Jahres am Golf von Neapel, wo er derzeit den zweiten Fall der Capri-Serie um den Inselpolizisten Enrico Rizzi und dessen norditalienische Kollegin Antonia Cirillo schreibt.“ (Klappentext)

Über den Sprecher Johannes Klaußner

„Johannes Klaussner, 1985 geboren, stand bereits mit acht Jahren vor der Kamera. Über die Jahre wirkte er in verschiedensten Film- und Fernsehproduktionen mit. Zu seinen prägnanten Listen Rollen zählen die Uli Edels das Adlon. Eine Familiensaga, in Friedemann Fromms Nacht über Berlin oder die in İlker Çataks Indianerland. Seine junge, dunkle Stimme macht ihn zum beliebten Hörbuchsprecher.“ (Klappentext)

Fazit zu „Mitten im August“ von Luca Ventura

„Mitten im August“ ist ein Capri-Krimi, der den Auftakt zu einer Reihe darstellt, der bereits früh große Erwartungen auslöst und diese zu größten Teilen auch umsetzen kann. Trotzdem passt dieser Krimi nicht in die aktuelle Zeit, da zu großen Teilen draußen stattfindet und Gespräche mit vielen unterschiedlichen Menschen geführt werden.

Trotzdem oder gerade deshalb ist dieses Hörbuch empfehlenswert, da es einerseits Erinnerungen an den letzten Urlaub wecken kann, sofern man schon einmal auf der Insel Capri, die vor Neapel liegt, Urlaub gemacht hat oder andererseits den Wunsch verstärkt, dort einmal Urlaub zu machen um sich den Golf von Neapel einmal selbst anzuschauen.

Ich bin mir sicher, dass sich diese Kulisse sehr gut für einen Urlaub anbietet. Noch sicherer bin ich aber, dass sich der zweite Teil dieser Reihe, an dem der Autor gerade schreibt, ebenso anbieten wird, wie der erste.

Mit „Mitten im August“ legt Luca Ventura einen guten Capri-Krimi vor, der aufgrund seines starken Reihenauftakts bereits jetzt große Erwartungen weckt. Ich freue mich auf die Fortsetzung.

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