„Everflame – Feuerprobe“ von Josephine Angelini …


… entführt uns in die Welt der Hexen von Salem in Massachusetts. Habt ihr euch schon einmal mit der Hexengeschichte von Salem beschäftigt? Besonders bekannt dürften die Hexenprozesse von 1680 sein, die dort abgehalten worden. Wahrscheinlich sind auch jene historisch belegbaren Ereignisse die Inspiration für eben diese neue Trilogie.
Mit „Everflame“ wagt sich Josephine Angelini also an eine Geschichtsidee mit belegbaren historischen Hintergrund und dennoch ist diese Geschichte eine Fantasy-Geschichte, die so wohl nur von ihr geschrieben werden konnte. Vielen von euch ist diese Autoren möglicherweise schon aus der „Göttlich-Trilogie“ bekannt. Mir war sie jedoch bis dato nur aus anderen Rezensionen bekannt, so dass ich mit diesem Buch nun eine neue Erfahrung mache…

Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerade mit Fantasybüchern, die in einer fiktiven Welt mit künstlich erschaffenen Charakteren spielt nicht immer gut klar komme, dieses zeigte sich zum Beispiel auch bei diversen Vampirgeschichten à la Stephenie Meyer. Kurz um könnte man wohl sagen, ich bin ein recht kritischer Fantasieleser.
Im Fall der gerade begonnenen Trilogie um „Everflame“ möchte ich ehrlich sein und sagen, dass ich den Auftrag der neuen Reihe es ein zweischneidige Schwert erlebe. Zweischneidig deshalb, weil das Buch zwar einen starken Einstieg hat und auch die Welt tatsächlich recht umfangreich und detailliert beschrieben wird, gleichzeitig die Vielschichtigkeit der Charaktere jedoch viel zu fehlen scheint. Auch ist die Idee mit den Parallelwelten eigentlich gar keine so neue. Mir ist sie schon aus vielen Büchern und Hörbüchern bekannt. Ich erinnere hier nur an „Laura“ von Peter Freund. Die Geschichte um “Aventerra” wird von vielen von euch schon ein Begriff sein. Auch die Idee mit der Hitze und das Feuer töten kann ist für mich keinesfalls neu.
Moment Mal, wisst ihr überhaupt worüber ich rede?Worum geht es bei diesem Buch überhaupt?

“Liebe schmerzt. Welten kollidieren. Feuer tötet. Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden – und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser »Crucible« ist Lillian – und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst – und einer unerwarteten Liebe. Ein mitreißender Pageturner mit starken Gefühlen: schicksalhafte Entscheidungen, Magie, Spannung und Liebe mit einer Heldin zwischen zwei Männern, zwei Welten und zwei Identitäten.”(Quelle: amazon.de)

Ein Pageturner also? Nun man kann unterschiedlicher Ansicht sein. Zwar gefällt mir die Mischung der Erzählung und die Umsetzung der Idee eigentlich recht gut, allerdings geht sie mir nicht weit genug. Die Erzählung bleibt somit weit hinter dem zurück, was ich erwartet hatte, ist dabei aber keinesfalls langweilig. Nur bleibt bei mir leider das Kopfkino aus. Ich kann mir Lily mit den roten Haaren, die später schwarz sind, zwar gut vorstellen, von Rowan und Tristan habe ich jedoch trotz aller Beschreibungsversuchen keinerlei Vorstellung. Sieht man mal davon ab, dass sie groß und durchtrainiert sind, der Traum einer jeden Leserin. Wie genau dieser Traum jedoch aussieht, bleibt unerwähnt. Er kann sich auch jeder Leser selbst ein Bild machen. Das ist für mich lediglich eine kleine Schwäche in meiner Meinung nach lässt die Autorin ihre Leser oder sollte ich vielleicht besser ihre Leserinnen nicht an ihrer kompletten Gedankenwelt teilnehmen. Ich weiß, dass dieses Buch lediglich der erste Teil einer Trilogie ist und doch hatte ich erwartet, dass wir nicht einfach in gleich zwei fiktive Welten hineingeschleudert werden, sondern zu mindestens bei der Parallelwelt eine kurze Einführung bekommen. Wir wissen, dass einige der Figuren in beiden Welten existieren, andere jedoch nicht. Die identischen Figuren scheinen auch eine Verbindung zu ihren jeweiligen Parallelleben zu haben, die ihn jedoch selber gar nicht so bewusst ist. Dieses erleben wird zum Beispiel an Tristan, der in der „fiktiven Realwelt“ genau so ein Casanova zu sein scheint, wie in der Parallelwelt. Rowan kommt jedoch in der „fiktiven Realwelt“ überhaupt nicht vor, zumindest noch nicht.
Meiner Meinung nach lässt die Autorin in ihrem ersten Band der Trilogie eine ganze Reihe von Erzählfäden aus, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht miteinander verwoben sind, dieses allerdings hoffentlich im Verlauf der Trilogie werden. Mir ist schon klar, dass ein jeder guter Autor zum Anfang einer Geschichte alle möglichen Konflikte auslegen muss, so wie eben hier die doppelte Lillian, die einmal als Lily und einmal unter ihrem vollen Namen durch die Geschichte läuft. Beide Charaktere verändern und formen die Geschichte auf ihrer individuelle Weise. Ich finde, diese Schwäche der Geschichte ist gleichzeitig eine Stärke, denn sie wirft Spannung auf und hält sie oben. Gleichzeitig hätte ich es äußerst nützlich gefunden schon jetzt im ersten Teil noch ein paar weitere Hintergründe zu erhalten, so kann ich mich mit diesem Buch nur begrenzt anfreunden und muss auf eine Fortsetzung warten um sagen zu können, ob sich die Reihe für die Leser lohnt.
Da ich kein Vergleich zur „Göttlich-Trilogie“ habe, kann ich nicht sagen, ob dieser Auftakt nun stärker oder schwächer ist als jener ihrer Debütreihe, für mich ist diese Auftakt weder stark noch schwach eröffnet eine Geschichte oder sollte ich vielleicht besser sagen die Möglichkeit einer Geschichte? Anhand dieser recht offenen Rezension merkt ihr, dass ich mich schwer war dabei tue, dieses Buch hinsichtlich seiner gesamten Reihe einzuschätzen. Mein Problem liegt dabei an einer Kleinigkeit. Ich habe keinerlei Vorstellung davon wie sich die Figuren weiter entwickeln. Klar ist, die Figuren haben sich auch in diesem ersten Band schon stark entwickelt, den weiteren Verlauf der Figur Entwicklung kann ich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht abschließend beurteilen und somit nicht sagen, lohnt sich dieses Buch als Auftakt einer Reihe. Wäre es ein alleinstehendes Buch, das nicht der Auftakt in eine Trilogie ist, würde ich es als gutes Buch mit Schwächen beurteilen, so jedoch fällt es mir schwer eine abschließende Meinung zu haben, da die Geschichte, die sich erschließt, in Band zwei und drei weiter erzählt wird. Erlaubt mir also bitte, dass ich deshalb eher ein wenig verhalten bin.

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„Everflame - Feuerprobe“ von Josephine Angelini
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