„Der Semmelkönig“ von Katja Hirschler…

Voraussichtliche Lesezeit: 2 Minuten.

„Der Semmelkönig“ von Katja Hirschler ist ein guter Regionalkrimi für echte Bayern oder solche, die es werden wollen. Bereits zu Beginn des Buches gibt es zwei Tote, die beide in einem Kindergarten gearbeitet haben, einem Waldkindergarten und auch in der Nähe aufgefunden werden. Wer nun glaubt, dieser idyllische Krimi ist genau das richtige für ihn, der sei gewarnt, denn ohne Bayerisch-Kenntnisse geht hier nichts. Zwar wird die Geschichte im Großen und Ganzen in Hochdeutsch erzählt, die in Dialoge zwischen den Protagonisten jedoch finden fast ausschließlich in Bayerisch statt. Und Bayerisch, soviel muss klar sein, ist kein Dialekt, den man innerhalb von wenigen Tagen lernen kann.

Stilistisches

Genau dieses Problem hatte ich auch mit diesem Buch, zwar habe ich viele Bekannte aus Bayern und verstehe diese auch, dennoch ist es etwas völlig anderes den bayerischen Dialekt selbst in einem Buch zu lesen.

Sicherlich, das bayerische macht zum Teil den Charme dieses Buches aus, wer das allerdings nicht verstehen kann, wird an den Dialogen kaum Spaß haben. Ein weiterer Aspekt ist das klassische Kleinstadtfeeling, denn dieser Krimi spielt in einer Kleinstadt, vielleicht sollte man auch eher sagen einem Dorf, in der jeder jeden kennt.

Figuren

Auch ist irgendwie fast jeder mit jedem verwandt oder eine Verwandtschaft steht in Aussicht. Das alles macht den Krimi zu etwas ungewöhnlichem. Ebenfalls ungewöhnlich ist die Tatsache, dass es zwei Kommissare gibt, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der eine, hanseatischer Natur und äußerst liberal, der andere bayerisch-konservativ und irgendwie in seinen Schubladen festsitzend.

Somit es genug Sprengstoff für den Krimi vorhanden. Sprengstoff, denn die Handlung ist explosiv. Ein Mosaikteilchen greift in ein anderes. Da ist Kurzweiligkeit eigentlich vorgeschrieben, dennoch ist das Buch keines, das man mal eben nebenbei lesen kann, obwohl es eigentlich genau das werden könnte. Die Kapitel sind kurz, aus diesem Grunde könnte man es auch in jeder 5 Minuten Pause lesen, oder wenn man halt auf den Bus wartet, dennoch sollte man davon vielleicht Abstand nehmen, denn die vielen unterschiedlichen Figuren und Handlungsstränge machen den Krimi unnötig komplex. Sicher, am Ende gibt es eine Übersicht über die Protagonisten. Aber mal ehrlich, wer möchte schon bei jedem Kapitel anfangen zu blättern, um herauszufinden, wie wer mit wem in Verbindung steht?

Fazit

Trotz der bereits genannten Schwächen hat das Buch seinen ganz besonderen Charme, es ist in meinen Augen absolut lesenswert, denn es hat eigenes, was ich sonst bei einigen Krimis vermisse. Es hat Hintergrund. Hier geht es weniger um blutige Zwischenfälle (die in diesem Buch nicht vorkommen, aber auch nicht vermisst werden), sondern um eben jene psychologischen Aspekte die für mich einen guten Thriller ausmachen. Momentan gibt es zwar einige, die mir sehr viel Freude machen, aber ich habe auch schon anderes gelesen.

Wer sich nun wundert, warum ich bei dieser Rezension so wenig auf den Inhalt eingehe, der sollte wissen: das Buch hat Inhalt, der jedoch ist so verquickt, dass ich euch schon zu viel verraten würde, wenn ich euch erzählen würde wie die einzelnen Handlungsstränge angelegt sind. In diesem Sinne möchte ich noch eines sagen: „Wer mehr wissen möchte, sollte das Buch lesen!“

 

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„Der Semmelkönig“ von Katja Hirschler
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