Zum 100. Geburtstag von Helmut Schmidt: “Helmut Schmidt. 100 Seiten.” von Meik Woyke

Zum 100. Geburtstag von Helmut Schmidt: “Helmut Schmidt. 100 Seiten.” von Meik Woyke
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Heute vor 100 Jahren wurde der 2015 im Alter von 96 Jahren verstorbene Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt geboren. Reclam widmet ihm 100 Seiten. In einem Buch mit dem Titel “Helmut Schmidt. 100 Seiten.” gibt Meik Woyke einen kurzen Überblick über das lange Leben Helmut Schmidts.

Die wichtigsten Kapitel seines Lebens in Kürze

Dabei geht es Meik Woyke gar nicht darum, jedes Detail aus dem Leben des ehemaligen Bundeskanzlers, des ehemaligen Verteidigungsministers und des ehemaligen Menschen Helmut Schmidt darzustellen, sondern vielmehr darum, die wichtigsten Kapitel im Leben dieser unvergessenen Ikone darzustellen und ihn doch nicht auf einen Thron zu setzen, der nicht der seine wäre.

100 Seiten, das ist eigentlich viel zu wenig Platz um einer solch langen und umfangreichen Biografie gerecht zu werden, aber 100 Seiten reichen aus um die wichtigsten Fragen rund um Helmut Schmidt zu beantworten.

Er war ein Arbeitsmensch, einer der das Wort „Macher“ nicht mochte und der stets so handelte, wie er es selbst von anderen erwartet hätte, einer der das Leben mindestens ebenso sehr liebte, wie seine Frau Loki oder die Mentholzigaretten, die er stets bei sich trug.

Helmut Schmidt rauchte seit seinem 15. Lebensjahr. Die ersten Zigaretten bekam er von einem Onkel geschenkt.

Helmut Schmidt war ein Pragmatiker, ein Wissbegieriger und ein Analytiker, der sich stets offen präsentierte und dennoch bodenständig war.

Die Kapitel im Überblick

  • Willen und Zigaretten
  • Von Hamburg-Barmbek in die Welt
  • Als Soldat im Dienste des NS-Regimes
  • Nachkriegssorgen, Entscheidung für die SPD, Bundestagsmandat
  • Krisenmanager während der Hamburger Sturmflut
  • »Politik ist in gewisser Weise ein Kampfsport«: Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Minister unter Willy Brandt
  • Die Kanzlerschaft
  • Außer Dienst? Elder Statesman und Ikone

Helmut Schmidt: geprägt durch die Kriegsjahre

Natürlich prägte Helmut Schmidt auch die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und er wusste, dass er so etwas nicht noch einmal erleben wollte, auch wenn er bis dahin gänzlich unpolitisch schien.

Meistens hatte er eine sehr konkrete Vorstellung davon, was er wollte. Er war jemand, den man heutzutage als Networker beschreiben würde, der seine Kontakte pflegte und der vermutlich doch nicht unbedingt immer ein leichter Mensch war.

Auch wenn seine politische Karriere keinesfalls mit einem Barack Obama oder einem Donald Trump zu vergleichen ist, so finde ich es wichtig, mich seiner politischen Karriere zu widmen, denn im Vergleich zu den amerikanischen Präsidenten hat er nicht etwa die amerikanische Geschichte geprägt, sondern jene Geschichte, die wir selbst in unserem Alltag miterleben.

Natürlich war es in der damaligen Zeit ein ganz anderer Schlag von Politiker und auch tauschen möchte ich nicht, denn die Zeit, die er erlebt hat, war sicher alles andere als angenehm und sicher auch prägend.

Die prägenden Aspekte sind es jedoch, die meiner Meinung nach auch heute noch eine gewisse Relevanz haben. Möchte man wissen, was Helmut Schmidt und seine politischen Ambitionen ausgemacht hat, dann sollte man “Helmut Schmidt. 100 Seiten.” von Meik Woyke unbedingt lesen.

Meiner Meinung nach verdient es dieses kleine Buch mit seinen 100 Seiten definitiv und mit einer gewissen Aufmerksamkeit gelesen zu werden. Ich erwarte nicht, dass jetzt alle politisch aktiv werdet, viele Biografien lässt, und möglicherweise sogar selbst als Kanzler kandidieren möchtet.

So kann es meiner Ansicht nach jedoch nicht schaden, sich die Biografie eines Mannes wie Helmut Schmidt einmal genauer anzusehen. Denn auch in unserer Biografie vermutlich ganz anders verläuft, können wir von seiner eine Menge lernen.

Meik Woyke lässt Erinnerungen lebendig werden

Ich persönlich lebte nicht in der Zeit, in der Helmut Schmidt in der Politik aktiv war. Er hörte auf, lange bevor ich geboren wurde und doch hat er stets seine Meinung auch öffentlich vertreten.

Ja, er ist  zu so etwas wie einer Ikone geworden, zu einem Berater, zu jemanden, der noch ein Politiker der alten Schule war, der ein offenes Ohr für seine Bürger zu haben schien.

All das zumindest lässt die 100 Seiten starke Biografie vermuten, die Meik Woyke kürzlich im Reclam Verlag veröffentlichte.

100 Seiten reichen nicht aus, sind aber ein Einblick

Das 100 Seiten nicht ausreichen, um den Menschen und den Politiker Helmut Schmidt zu verstehen, das war mir von Anfang an klar und darum ging es mir auch gar nicht.

Vielmehr wollte ich verstehen, was diesen Politiker auszeichnete, was ihn ausmachte und was die Menschen noch heute emotional auf ihn zurückblicken lässt.

Anspruchsvoll, lesenswert, leicht

Würde man mich fragen, wie der Schreibstil von Meik Woyke ist, so müsste ich einen Moment überlegen, denn natürlich ist so ein Biografie anspruchsvoll, sogar oder vielleicht sogar insbesondere dann, wenn sie nur 100 Seiten lang ist.

Dennoch ist es ihm gelungen einen Sprachstil zu wählen, der diese kurze Biografie lesenswert und leicht erscheinen lässt. Das alles macht dieses Buch überaus lesenswert.

Der Stil in dem Meik Woyke über das Leben und Arbeiten des Helmut Schmidt berichtet, ist einerseits sachlich, andererseits aber keinesfalls nüchtern, sondern eher einordnend und relativierend.

Persönlich würde ich also behaupten, dass es sich hierbei um einen wissenschaftlichen Schreibstil handelt, der aber keinesfalls so nüchtern gehalten ist, wie man es von Fachbüchern kennt. Es ist eher ein Sachbuch, das seinen Leser gleichzeitig unterhalten möchte.

Szenisch und pointiert greift er dabei jene Aspekte der Biografie heraus, die diese Biografie ausgezeichnet haben. Im positiven wie im negativen Sinne findet sich auf den 100 Seiten also praktisch alles, was man oder in dem Fall ich als Leserin über den großen SPD-Politiker und früheren Kanzler wissen muss.

Einen weiteren positiven Aspekt der Biografie sehe ich in der Darstellung der Biografie selbst, denn es geht keinesfalls darum politisch Partei für irgendwie oder irgendwas zur ergreifen, sondern lediglich das Leben eines Politikers mit all seinen einzelnen Szenen und Facetten darzustellen.

Szenisch und facettenreich, wie das Leben von Helmut Schmidt war, gelingt es Meik Woyke dabei, die menschlichen Facetten dieses Ausnahme- Bürgers darzustellen. Dies lässt den einstigen SPD-Kanzler nahbar und menschlich erscheinen. Einen Menschen, mit positiven und negativen Seiten, aber auch einen Menschen, der viel erlebt hat.

Über Meik Woyke

“Meik Woyke, geb. 1972, ist Historiker und leitet das Referat »Public History« im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Er hat den gesamten Briefwechsel von Willy Brandt und Helmut Schmidt (1958–1992) ediert.”(reclam.de)

Fazit

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich an dieser Stelle tatsächlich an einem Fazit versuchen sollte, denn über das Leben eines Menschen erlaubt man sich kein Urteil und genau das werde ich an dieser Stelle auch beherzigen.

Für meinen Teil kann ich deshalb nur sagen, dass das Buch selbst gerade aufgrund seiner Kürze und Präzision absolut lesenswert ist. Helmut Schmidt selbst erscheint treffend gezeichnet.

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