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“Die Frauen vom Löwenhof – Mathildas Geheimnis” von Corina Bomann

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Mit “Mathildas Geheimnis” geht “Die Frauen vom Löwenhof”-Trilogie weiter. Mathilda kehrt als Agnetas Mündel auf den Löwenhof zurück.

Sie ahnt nicht, dass sie die Tochter des verstorbenen Bruders der Gräfin ist und ist irritiert darüber, dass die Gräfin, eine Bekannte ihrer kürzlich verstorbenen Mutter, sie aufnimmt.

Agneta selbst verschweigt ihr diesen Umstand lange, möchte sie doch die Grundfeste der jungen Frau nicht erschüttern. Mathilda ist schließlich nicht auf dem Löwenhof, sondern als Tochter eines Buchhalters und seiner Frau in Stockholm aufgewachsen.

“Mathildas Geheimnis: Die Frauen vom Löwenhof”: der Lauf der Zeit

So nehmen die Dinge ihren Lauf, Agneta führt ihre Nichte immer weiter in die Gesellschaft ein und behandelt sie gleichzeitig wie ihre eigene Tochter. An der Seite ihrer Zwillinge stellt sie gleichwohl hohe Erwartungen an ihre Kinder als auch eine hohe Empathie.

Doch die dunklen Wolken am Himmel nähern sich in Form des baldigen Krieges von Seiten der Deutschen. Nach einem Streit in der Familie kommt es weiterhin zu einer Trennung der Familie. Mathilda verlässt den Löwenhof, doch die Ausbildung die sie dort genossen hat, hilft ihr, im Hotelgewerbe Fuß zu fassen. Hier begegnet ihr auch ein Freund aus Jugendtagen wieder: Paul.

Kaum hat sie ihr Leben einigermaßen auf die eigenen Füße gestellt, erreicht sie der Brief von Agneta, mit der sie seit dem großen Streit keinerlei Kontakt mehr hatte.

Ihr einstiger Vormund bittet um ihre Hilfe und bringt Mathilda so in eine Zwickmühle. Auf dem Löwenhof hat sich einiges verändert. Gleichzeitig wird das Klima im Land immer rauer.

Die Frage, ob es Mathilda gelingt ihrer Tante zu helfen und wie es mit dem Löwenhof weitergeht, bekommt ihr an dieser Stelle nicht von mir beantwortet.

“Mathildas Geheimnis: Die Frauen vom Löwenhof”: ein zeitlicher Sprung

Leider setzt die Geschichte “Mathildas Geheimnis” nicht da an, wo der erste Teil “Die Frauen vom Löwenhof : Agnetas Erbe” endete.

Von der Kindheit der Zwillinge erfahren wir nämlich nichts. Vielmehr sind alle Beteiligten zwischen den Teilen erwachsen geworden, haben ihren eigenen Charakter entfaltet und ihre eigenen Erfahrungen gemacht.

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Aus diesem Grund ist es zunächst schwierig, die Beweggründe der einzelnen Protagonisten und ihre Konfliktpotenziale korrekt zu erfassen. Dennoch ist dieser zeitliche Sprung natürlich notwendig, um mit der Familiengeschichte in Gänze fortzufahren.

Denn ohne diesen Zeitsprung wäre es unmöglich gewesen, den Wandel der Frauenrolle angesichts der unterschiedlichen Zeiten zu zeigen. Was für Agneta einst unmöglich schien, scheint für unverheiratete Frauen längst zum täglichen Alltag geworden zu sein.

Der baldige Krieg und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen wirft zwar seine Schatten voraus, wirkt jedoch zunächst keinesfalls so bedrohlich, wie man es angesichts der Historie erwarten könnte. Dabei stellt Corina Bomann die Historie in der Geschichte um “Mathildas Geheimnis” keinesfalls falsch dar, denn in Schweden kommt an, dass das Leben in Deutschland schwieriger wird. Dennoch bleibt der schwedische Alltag von dieser Gefahr zunächst unberührt.

“Mathildas Geheimnis: Die Frauen vom Löwenhof”: Sprachlich gewohnt nahbar

Emotional gelingt es Corina Bomann jedem einzelnen ihrer Protagonisten ein eigenes Charakterbild zu geben. Dies zeigt sich auch in “Mathildas Geheimnis: Die Frauen vom Löwenhof”.

Auf diese Weise werden die fast exakt gleich aussehenden Zwillinge gänzlich unterschiedlich charakterisiert, so erklärt sich aber auch, wie die einzelnen Figuren durch ihre eigene Geschichte geprägt wurden.

Agneta hegt beispielsweise ein unterschwelliges Misstrauen gegenüber Fremden. Gleichzeitig stürzt sie ihre eigene Stärke und ihr eigener Anspruch an eben diese in einen Abwärtstrudel.

Corina Bomann nähert sich jedem einzelnen Charakter feinfühlig und setzt so zahlreiche Details für die Geschichte. Jedem einzelnen Charakter gibt sie so aber auch eine höchst individuelle Stimme.

Diese Stimme wird durch eine individuelle Wortwahl noch unterstrichen. Mir persönlich gefiel diese besondere Erzählform insbesondere in den Dialogen zwischen Magnus und Mathilda ausgesprochen gut, erhöht sie doch das Identifikationspotenzial für jeden Leser und Hörer dieser Geschichte.

Trotz aller Individualität bleibt die Erzählstimme der Autorin stets warmherzig, so das die Geschichte zwar einerseits spannend und unterhaltsam ist, den Zuhörer oder Leser jedoch zu keinem Zeitpunkt ängstigt.

Ein paar Wendungen der Geschichte um “Mathildas Geheimnis” sind dabei äußerst emotional und in manchen Momenten auch traurig. Dennoch bleibt der an sich lebensbejahende Charakter der Geschichte um die Frauen vom Löwenhof stets erhalten.

„Mathildas Geheimnis“ ist als Mittelteil der Trilogie zugegebenermaßen ein wenig turbulent, aber gleichwohl mitreißend. Langweilig wird die Geschichte keinesfalls. Tatsächlich würde ich so weit gehen, zu sagen, es handele sich um einen äußerst starken und vielschichtigen Mittelteil der nicht zuletzt durch die Zeit, in der lassen er spielt, geprägt ist.

“Die Frauen vom Löwenhof”: Warum ich auf eine Verfilmung hoffe

Tatsächlich könnte ich mir die gesamte Trilogie rund um die Frauen vom Löwenhof gut als Film vorstellen, da die Handlung so dicht ist, dass man nicht nur eine konkrete Vorstellung von den Figuren bekommt, sondern auch gleichwohl das Gefühl entwickelt, die Handlung selbst mitzuerleben. Durch ihre authentische und nahbare Handlung erscheint es mir aber auch überaus komplex, ein solches Filmvorhaben Realität werden zu lassen.

Schließlich hat jeder von uns wohl eine ganz eigene Vorstellung davon, wie Mathilda und die übrigen Figuren wohl aussehen. Genau dies macht es schwierig, für jeden Leser dieser Reihe geeignete Schauspieler zu finden. Ich selbst könnte gar nicht sagen, wen ich mir als Besetzung wünschen würde.

Schließlich habe ich zwar eine sehr genaue Vorstellung der einzelnen Figuren erhalten, allerdings gibt es keine derzeitig lebende Person, die mir bekannt wäre, auf die tatsächlich alle Aspekte zutreffen. Dies macht es vermutlich auch schwierig, die einzelnen Romane um “Agnetas Erbe”, “Mathildas Geheimnis” und einen späteren, dritten Teil, filmisch umzusetzen.

Von der Kulisse ausgehend, würde ich annehmen, dass der Film zu dieser Reihe auf jeden Fall in Schweden gedreht werden müsste. Trotz allem ruft er bei mir keine Erinnerung an eine Verfilmung der Inga-Lindström-Reihe hervor, da ich glaube, dass eine Verfilmung der Reihe um die Frauen vom Löwenhof in jedem einzelnen Teil, aber insbesondere in “Mathildas Geheimnis” nicht ohne eine ordentliche Portion Tiefgang auskäme.

Über die Autorin Corina Bomann

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“Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen, in dessen Nähe sie inzwischen wieder lebt. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang.

Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.”  (Ullstein Verlag)

Von Corina Bomann habe ich selbst schon einige Geschichten gehört oder gelesen. Dennoch sind diese immer wieder aufs Neue überraschend.

Über die Sprecherin Karoline Mask von Oppen

Karoline Mask von Oppen ist 1981 geboren und in Hyderabad, Indien, in Stuttgart und Berlin aufgewachsen. Sie ist freie Sprecherin für Film, TV, Radio, Games, Voice-Over, Synchron, und Hörbuch.

Diese Sprecherin habe ich schon in zahlreichen Hörbüchern erlebt und so als selbstbewusste, junge Frau zu schätzen gelernt, die diese Eigenschaften auch auf die von ihr gesprochenen Figuren überträgt. Somit war ich zunächst überrascht, als ich feststellte, dass Karoline Mask von Oppen “Mathildas Geheimnis” lesen würde. Es hätte mich nicht überraschen sollen, denn Mathilda weiß genau, was sie will.

Karoline Mask von Oppen sprach dabei vor allem Liebesromane oder sogenannte “freche Frauenbücher”. So war sie mir  zum Beispiel durch die Geschichten von Poppy J. Anderson und Marie Force bekannt.

In all diesen Geschichten überzeugte sie insbesondere durch ihre jugendliche Frische und gleichzeitig sehr energiegeladene Stimme. Ich persönlich mag sie als Hörbuchsprecherin sehr gerne, gerade wenn es um Geschichten geht, die die weiblichen Protagonisten in den Mittelpunkt der Handlung stellen.

Dass sie normalerweise eher Gegenwartsgeschichten liest, störte mich in diesem Fall überhaupt nicht. Genau genommen war es ein wenig anders: Mit diesem historischen Buch überraschte sie mich.

Dennoch passt ihre Stimme wunderbar, denn Mathilda ist in ihrer Zeit eine aufgeweckte Frau, die genau weiß, was sie will und leistet. Somit passt die Stimme von Karoline Mask von Oppen eigentlich wieder einmal gut ins Gesamtkonzept.

Fazit zu “Mathildas Geheimnis: Die Frauen vom Löwenhof”


Wann immer ich eine Reihe oder eine Trilogie zu hören anfange, zögere ich, denn mehr als einmal ist es schon mir und anderen passiert, dass auf einen starken ersten Teil ein umso schwächerer zweiter folgte.

Im Fall von „Die Frauen vom Löwenhof“ ist dies ein wenig anders, denn „Mathildas Geheimnis“ ist ein umso stärkerer zweiter Teil. Mir persönlich erschien er fast noch stärker als der erste.

Meiner Meinung nach kann man die beiden Zeiten in denen die Teile spielen jedoch nicht miteinander vergleichen. Sie sind einerseits dicht beieinander und doch völlig verschieden.

Faktisch geht es in beiden Teilen um starke Frauenpersönlichkeiten und eine umso stärkere Emanzipation. Dieses Hörbuch ist jedoch keine Anspielung auf irgendetwas, das überzeichnet wäre, vielmehr zeigt es nur, wie sich die Frauen in der Geschichte stets für ihre eigenen Interessen stark machen mussten.

Auf Basis des zweiten Teils kann ich nur sagen, dass ich auch den dritten Teil bereits gehört habe und das Setting sowie der Rahmen der Geschichte mir ausgesprochen gut gefallen haben. „Mathildas Geheimnis“ ist der perfekte Mittelteil und die perfekte Verbindung zwischen dem ersten Teil und dem dritten.

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Marie

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